285 - Die KPI für Veränderung

Shownotes

In dieser Folge gehe ich einer Frage nach, die auf den ersten Blick banal wirkt und sich bei genauerem Hinsehen als erstaunlich widerspenstig entpuppt: Woran lässt sich Veränderung messen? Ausgehend von einer kleinen Geschichte entfaltet sich eine systemtheoretische Perspektive auf Organisationen, die einige gewohnte Annahmen ins Wanken bringt. Es geht um ein Verständnis von Organisationen, das sie nicht als steuerbare Maschinen begreift, sondern als lebendige, dynamische Gefüge. Es geht um Widersprüche, die nicht gelöst werden können, sondern bearbeitet werden müssen. Und es geht um die Idee, dass Stabilität nichts ist, was einfach „da“ ist sondern etwas, das permanent erzeugt werden muss.

Wenn man diesen Blick ernst nimmt, verschiebt sich auch die Frage nach dem Erfolg von Veränderung. Klassische Zielgrößen, klare KPIs oder einfache Vorher-Nachher-Vergleiche greifen plötzlich zu kurz. Stattdessen entsteht ein anderer Zugang, der weniger auf lineare Verbesserung abzielt und mehr auf das Verständnis von Mustern, Dynamiken und Zusammenhängen.

Veränderung ist messbar. Aber vielleicht nicht so, wie wir es gerne hätten.

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Viel Spaß beim Hören! Dein David & Martin

Martin Aigner: Twitter: @aigner_martin LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/martin-aigner-865064193

David Symhoven: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/david-symhoven-2a04021a5/ Buch: http://www.amazon.de/dp/398267431X

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Transkript anzeigen

00:00:02: Herzlich willkommen bei.

00:00:03: Wir müssen reden, dein Podcast für agile Organisationsentwicklung und heute mit dem Impuls der Woche.

00:00:22: Stell dir vor du machst einen wunderbaren Amtsspaziergang Läufst durch den Wald bist voll in deinen Gedanken vertieft Und plötzlich hörst du Hilferufe.

00:00:33: Du denkst dir nichts weiter dabei und gehst einfach deines Figes.

00:00:38: Dann hast du plötzlich wieder Hilfe rufe und du hörst genauer hin und tatsächlich jemand ruft nach Hilfe.

00:00:44: Du machst dich auf den Weg als guter Bürger und findest tatsächlich dann irgendwann der Stimme folgend ein Mann, der sich in einem Loch befindet.

00:00:54: Du unterstützt den Mann, du probierst ihn mit Stecken und Ästen irgendwie aus diesem Loch daraus zu kriegen und gemeinsam kriegt er das hin und irgendwann ist der Mann... ...aus diesem Loch befreit!

00:01:06: Der Mann fällt dir um den Hals, er freut sich tierisch, bedankt sich ganz herzlich.

00:01:10: Du hättest ihm das Leben gerettet und er könnte jetzt endlich weitergehen.

00:01:15: Frohe und stolz drehst du ihm den Rücken zu, und gehst wieder weiter deines Weges.

00:01:19: Und nach ein paar hundert Metern drehste dich einfach noch mal um, um zu schauen ob der Mann auch seines weges geht.

00:01:26: Dann siehst Du dass er einen Spaten in der Hand hat und anfängt wieder einen Loch zu buddeln!

00:01:31: Und dann mit größtem Vergnügen wieder in dieses Loch springt.

00:01:36: Kein Mensch würde sagen das dieser Mann ein Loch rausgrabbel Problem hat.

00:01:41: Offensichtlich hat dieser Mann eine Lochgrab-und hineinspringen.

00:01:45: Anhand dieser kleinen Geschichte, die ich aus dem Verunsicherungsbuch von Klaus Eidenschink seit der Hundertdrehenfünfzig Kapitel Vierzig mir etwas frei übersetzt abgeguckt habe möchte ich mit ihr heute beleuchten wie man denn eigentlich Erfolg in Anführung strichen was auch immer das sein soll.

00:02:00: Von Veränderungen messen kann.

00:02:04: Wir sind wahrscheinlich alle in irgendeiner Art und Weise in Changeprojekten, in Transformationsprojekte beratend oder einfach in intern Beratungsposition unterwegs.

00:02:12: Du bist auch einfach nur so interessiert an diesen Inhalten hier, aber wir haben es nun mal viel mit Veränderungen zu tun und das wird ja auch gesellschaftlich immer wichtiger.

00:02:19: dieses Thema anscheinend.

00:02:21: Aber wie kann man denn dann wirklich Erfolg messen?

00:02:24: Der Ruf nach KPIs ist gerade jetzt in den wirtschaftlichen harten Zeiten wieder sehr laut – aber mit welchen KPIs kann man dann wirklich Veränderung

00:02:32: messen?!

00:02:32: Wenn man system theoretisch auf soziale Systeme schaut, dann ist das natürlich kein einfaches Unterfangen!

00:02:39: Aber meine Gedanken dazu möchte ich gerne mit dir heute in diesem kleinen Impuls teilen.

00:02:44: Alle Punkte, die ich jetzt im folgenden aufzählen werde sind – ich würde sagen schon voraussetzungsreich und waren alle schon mal in irgendeiner Art und Weise Inhalt dieses Podcasts.

00:02:54: Über jeden einzigen dieser Punkte könnte man sicherlich eigene Folgen drehen was wir auch in Teilen schon gemacht haben.

00:02:59: Also wenn man erstens soziale Systeme als lebendes vernetztes System und nicht als Maschine.

00:03:10: Wenn man zweitens davon ausgeht, dass Widersprüche und Paradoxien normal sind weil Organisationen im Konflikt herum gebaut sind Grundsätzlich schon mal als Konsequenz der Arbeitsteilung.

00:03:22: Wenn man drittens Organisation viel mehr als Prozess also dem Prozess des Organisierens anstatt als in Anführungsstrichen Ding an sich ansieht.

00:03:31: Stabilität ist kein Zustand, stabilität ist ein Prozess.

00:03:35: Dynamik in kleinen erzeugt Stabilitet im großen.

00:03:38: wie beim Fahrradfahren Wer still steht fällt um oder um es mit den Worten einer geschätzten Kollegin zu sagen, in Bewegung ist das Lenken leicht.

00:03:46: Wenn man dann viertens davon ausgeht dass ein System nur im Zusammenspiel mit seiner Umwelt verstanden werden kann wie biologische Systeme ja, wie sie Tiere die sich in ihrer passenden Nische zurechtfinden.

00:03:57: ich habe oft schon diese Geschichte erzählt, dass wenn man sich einen Vogel oder ein Tier nimmt und ihn setzieren wollen würde könnte ich anhand der inneren Struktur darauf schließen in welcher Nische dieses Lebewesen unterwegs ist weil die äußere Umwelt sich strukturbildend im Inneren abbildet.

00:04:15: Dadurch zeigen sich lokale Besonderheiten, dadurch bilden sich spezielle Muster aus.

00:04:18: das gilt in biologischen System wie in diesen sozialen System in Organisation eben auch.

00:04:25: Dann wenn man diese vier Punkte jetzt nimmt dann ergeben sich daraus solche schöne Sprüche die Martin und ich auch schon mehrfach in diesem Podcast erwähnt haben jede Problemlösung führt zu neuen Lösungsproblem oder nicht die Veränderung, sondern die Stabilität des Erklärungs bedürftig.

00:04:41: Dann ergibt sich daraus eine ganz einfache Konsequenz für die Messbarkeit von Veränderungen.

00:04:47: Verändering bedeutet das sich Probleme verändern.

00:04:50: Es wird nicht besser es wird nicht gut.

00:04:52: man hat einfach andere Probleme als vorher.

00:04:56: Wer verspricht dass etwas gut wird hat das System nicht verstanden.

00:04:59: wer seinem Kunden einfach hilft sein vermeintliches Problem zu lösen wie aus dem Loch herauszukommen Und nicht erklären kann, wie dieses Problem über die Zeit reproduziert wird – also wie dieser Mann offensichtlich immer wieder in diesem Loch landet – hat am Ende vielleicht einen glücklichen Kunden.

00:05:13: Aber bestenfalls ihm nicht geholfen!

00:05:15: Im schlimmsten Fall wird dadurch sogar sein Problem noch weiter verstärkt.

00:05:20: Organisationsentwicklung bedeutet nicht Probleme zu beseitigen.

00:05:24: Organizationsentwicklungen bedeutet, die Organisationen lernfähiger im Umgang mit Problemen werden zu lassen indem Handlungsoptionen erweitert werden.

00:05:33: Veränderung bedeutet nicht, dass etwas besser wird.

00:05:35: Veränderungen bedeutet das es anders wird.

00:05:38: Das ist zwar keine motivierende klare Zielgröße – keine KPI!

00:05:42: Aber vielleicht ist es die ehrlichste Metrik, die wir haben?

00:05:47: Ich wünsche dir eine gute Woche, viel Spaß beim Beobachten, eine wahrnehmungsreiche Woche und alles Gute dein David.

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