287 - Die temporär modifizierte Linie
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir über die temporär modifizierte Linie – ein Begriff, der in der Praxis oft für Verwirrung sorgt. Wir besprechen, wie Organisationen sich beiläufig eine Matrixorganisation durch die temp. modifizierte Linie einfangen. Offensichtlich ist, dass diese Projektstruktur nicht nur Chancen, sondern auch Risiken für Führung, Kommunikation und Motivation birgt. Anhand eines praxisnahen Event-Beispiels machen wir erfahrbar, wie Macht, Prinzipien und Regeln im Projektalltag wirklich wirken. Am Ende bleibt die Frage: Ist die Matrix-Organisation Fluch, Segen – oder einfach unvermeidlich?
Denkwerkzeuge der Höchstleister
[https://www.amazon.de/Denkwerkzeuge-H%C3%B6chstleister-Gerhard-Wohland/dp/3981045702]
Gerhard Wohland
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Wohland
Matrixorganisation
https://de.wikipedia.org/wiki/Matrixorganisation
Schnittstellensymmetrisierung
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00:00:02: Herzlich willkommen bei.
00:00:03: Wir müssen reden, dein Podcast für agile Organisationsentwicklung.
00:00:08: Hier geht's um Agilität, Führung in komplexen Umgebungen, Gym-Dynamiken und vieles mehr.
00:00:14: Schön dass doch diese Woche eingeschaltet hast!
00:00:16: Und los gehts... Einen wunderschönen guten Tag zusammen und an meiner digitalen Seite endlich mal wieder.
00:00:30: Martin.
00:00:31: Hallo David Grüß dich
00:00:33: Also nicht das wir nicht schon öfter Folgen gemacht hätten aber wir zu zweit alleine ist glaube ich schon eine Weile her seit wir jetzt meine Folge gemacht haben.
00:00:40: Ja, wir haben viele Interviews gerade und viele interessante Gesprächspartner.
00:00:45: Aber das soll uns nicht ababhalten um es heute über ein spannendes Thema zu unterhalten nämlich der sogenannten temporär modifizierten Linie.
00:00:57: Und dafür haben wir uns wieder einem bekannten Denker bedient ich halte das Buch einmal in die Kamera und ich werde auch das nachher in die Show Notes mit reinhängen Denkwerkzeuge der Höchstleiste von Gerhard Wohland.
00:01:10: Und dort denkt Zettel twenty-six bei mir auf Seite hundertsechsund achtzig, da erklärt er was eine temporär modifizierte Linie ist und darüber wollen wir heute sprechen und auch ein konkretes Beispiel geben wie man das denn in der Praxis wirklich umsetzen kann.
00:01:24: Denn wer Wohlhand kennt Er ist sehr pointiert sehr oft im Punkt und ich glaube das kann man doch noch ein bisschen weiter ausführen.
00:01:31: Im Detail also Martin Was Ist Dann Der Temporär Modifizierte Linie?
00:01:35: Etwas sperriger Begriff.
00:01:36: Also Linie ist klar, das ist das Routine-Geschäft.
00:01:39: Das sind die repetitiven Aufgaben und das was halt so normal läuft.
00:01:43: Und wenn ich jetzt eine überraschende Aufgabe habe dafür wo ich normalerweise keinen Workflow keine Prozesse keine Abläufe hab aber ich trotz dem Bedienen muss aufgrund der Marktanforderung dann muss ich mir etwas überlegen.
00:01:57: Was machen Firmen?
00:01:58: Die ziehen Leute aus den Projekten raus sagen wir du du du zu Und da gibt es in der Regel dann ein Projektleiter, der das Projekt verantwortet und dem sind die dann temporär unterstellt.
00:02:13: Deshalb temporäre Modifikationen der Linie.
00:02:17: Und im ersten Überlegung kommt gleich so... Okay, da hat er zwei Vorgesetzte seinen Linien vorgesetzt und sein Projektleitervorgesetzten.
00:02:25: Die Antwort ist ja!
00:02:27: Das heißt, er dient zwei Herren mit all den Problemen, die sich daraus ergeben?
00:02:38: Genau Und ich glaube es ist noch mal wichtig zu betonen, weil also für mich zumindest ist das irgendwie so selbstverständlich geworden.
00:02:43: Weil ich ständig in Projekten arbeite dass das eigentlich ein... Also man könnte fast sagen ein Ausnahmezustand ist.
00:02:49: ne?
00:02:49: Ja richtig!
00:02:49: Also eine Organisation ist auf Routine ausgelegt dafür gibt es die Linie weil Wiederkehrende wir sagen ja blaue Tätigkeiten effizient gemanagt werden wollen und nur in Aussahmen erfällen.
00:02:59: also wenn sich dann doch Dynamik einschleicht Dann werden so temporäre Ausnahmen Temporär Erweiterung gebaut und das nennen dann Organisationen Projekte Aber es ist quasi allgegenwärtig.
00:03:13: Wie hat Alexander Jung wird gesagt, die Mutter aller Matrix-Organisationen, wer man will?
00:03:17: Schubshaste ein Projekt und Schubhschaste auf einmal zwei Vorgesetzte oder Chefinnen wie auch immer den man berichten muss.
00:03:27: Und das geht so lange gut!
00:03:28: Das ist auch wichtig solange der Spielraum da ist solche Erweiterung überhaupt zu leisten.
00:03:36: also wenn die Dynamik zu hoch wird dann entsteht ganz schnell Chaos.
00:03:42: Ja, also man kann da viel Unfug anrichten und am besten noch den Mitarbeiter, der... Das ist besonders bei so gefragten Rollen die halt ein exklusives Wissen oder eine exklusive Fähigkeit hat.
00:03:54: Die tut man gerne in drei- oder vier temporär modifizierten Linienorganisationen einbetten.
00:04:00: Der ist dann zu zwanzig Prozent da und zu vierzehn Prozent dort.
00:04:05: Und das führt natürlich strukturell zu kompletten Kollaps und Überlastung dieser Personen.
00:04:11: Also
00:04:11: das hat auf der Mitarbeiter-Ebene einen starken Impact, die meistens ist dann die Rechnung hundert Prozent.
00:04:20: Das weiß man dass mein Mitarbeiter nicht zu hundert prozent ausrasten sollte.
00:04:24: aber es wird gerne gemacht.
00:04:25: in der Praxis schiften die halt dann dynamisch nach ihrem persönlichen Vorlieben oder wie ich immer schifte sie dann die Arbeitsleistungen von Projektion und hier also normal fluktuieren die zu Hundert Prozent.
00:04:36: Das
00:04:36: könnte ihr nicht machen.
00:04:38: Es ist
00:04:38: ja meistens noch schlimmer, also nicht nur dass man die Leute nicht nur zu hundert Prozent auslasten sollte, sondern jetzt wenn sie in der Matrix-Organisation sind, sind sie in Summe wahrscheinlich noch bei über Hundert Prozent.
00:04:47: deswegen halbem alle Überstunden weil man beiden Welten nicht mehr gerecht wird und deswegen auf der einen Seite mehr macht und auf der anderen Seite... ...noch mehr mach ne?
00:04:54: Rüstzeiten
00:04:55: usw.,
00:04:56: was wir da alles hatten, eine Kontextfitsch wo man sich wieder einarbeiten muss.
00:05:01: Genau!
00:05:01: Und das Problem, das sollten wir vielleicht auch nochmal kurz raus arbeiten Wenn ich zwei Vorgesetzte habe, leidet die Kommunikation ganz einfach deswegen weil in Organisationen meistens Überlast herrscht und eben dieser Spielraum von den wir gerade gesprochen haben nicht da ist.
00:05:16: Und wenn sich die beiden Vorgesetzten nicht mehr harmonisieren können dann fällt die Entscheidungsfindung auf der Mitarbeiter zurück.
00:05:23: Dann ist es jetzt endlich Zufall und das ist dann wirklich gefährlich wenn die Entscheidungen der Mitarbeiter nur noch zufällig zusammen passen.
00:05:31: Weil die Vorgesetzende entscheiden muss.
00:05:32: ich entscheiden Wildwuchs an unterschiedlichen Entscheidungen, wenn du Glück hast passen die zusammen.
00:05:39: Wenn nicht entsteht wirklich Chaos und Frust und Resignation.
00:05:42: dadurch entsteht reduzierte Leistung und das steigert letztendlich die Überlast nur noch weiter.
00:05:48: Dann hast du so negativ Kreislauf.
00:05:50: Es ist super wichtig sich damit zu beschäftigen weil diese temporär von modifizierter Linie und wie wir es gerade schreiben erfüllt ja eine Funktion nämlich dass ich externe Marktreize schnell abarbeiten kann und flexibel darauf reagieren kann.
00:06:04: Und wir ahnen es, das ist heutzutage wichtiger denn je!
00:06:09: Es gibt Organisationen die befinden sich ständig in diesem Monus und merken gar nicht mehr.
00:06:14: Die Idee natürlich dahinter dass man diese duale Wertschöpfung also Linien, Tätigkeit und Kreativarbeit sozusagen schlau organisiert.
00:06:24: darin liegt der Schüssel.
00:06:27: Das schauen wir uns jetzt mal an.
00:06:29: Wohland erwähnt einfach so in einem Nebensatz mal eben.
00:06:31: abschließend, ich zitiere Höchstleister nutzen bei hoher Dynamik eine Arbeitsteilung zwischen Projekt und Linie.
00:06:37: Punkt!
00:06:38: Und da wollen wir jetzt heute nochmal ein bisschen genauer reinschauen, denn wir finden es gibt zwei Möglichkeiten, zwei Werkzeuge das zu gestalten.
00:06:47: die eine ist – die haben wir auch schon in diesem Podcast besprochen – wäre eine Schnittstellensymmetrisierung.
00:06:51: Das weiß ich jetzt auch.
00:06:51: einfach so stehen Die Link zu der Folge packen wir einfach in die Show Notes.
00:06:58: Wir lassen letztendlich auch blaue Anteile im Projekt, die nötig sind um die Aufgabe des Projekts zu erfüllen und teilen diese dann auf die Teams auf.
00:07:05: Und wie das geht?
00:07:06: Das deklinieren wir jetzt einfach mal durch.
00:07:08: Ja.
00:07:09: Martin du hast ein Praxisfall dabei!
00:07:11: Ja ja genau.
00:07:12: also nehmen wir mal ein Beispiel was sich sehr gut eignet ist so etwas in eine Firma die muss irgendein Event organisieren eine Veranstaltung, Kongress, Open Space oder sowas.
00:07:23: Warum ist das so super?
00:07:24: Weil es meistens ne Ausnahme darstellt und die nicht professionell Events machen, dass die einzige Ausnahme wo da Linientätigkeit ist oder halt Routine.
00:07:33: aber dann müssen auch verschiedene Gewerke miteinander zusammenarbeiten.
00:07:37: also Marketing, jemand muss die Koffer dahin bringen.
00:07:40: Logistik Die eigentliche Fachlichkeit der Vorträge muss irgendwie koordiniert werden.
00:07:45: Es braucht jemand, der das Gesamtding auch registriert.
00:07:48: Der schon vielleicht ein bisschen Ahnung hat wie man so einen Event macht.
00:07:51: Also dafür ist es immer super geeignet.
00:07:52: als Beispiel und schauen wir jetzt mal an... Wie startet man da regel damit?
00:07:56: Na ja, man nennt so einen Projektleiter also der, der macht das jetzt.
00:08:01: Das ist meistens jemand, die Überblicke über die Organisation hat, der was kennt und der erste Schritt der da passieren muss um ihn quasi wirksam zu schalten.
00:08:11: Wir denken an diese zwei Führungskräfte, im Prinzip nenne ich da eine temporäre Führungskraft.
00:08:16: Und meistens ist der gar keine Führingskraft.
00:08:18: Meistens ist es irgendeine Fachkraft oder jemanden die sich gut auskennt oder so oder der hat Bock auf das zu machen.
00:08:25: Diese formale Macht des Projektleiters muss man jetzt ein bisschen aufladen.
00:08:28: So wie sein kleines Dura-Zielhäschen braucht ihr ein bisschen Strom und Power und dazu dienen bestimmte Elemente.
00:08:36: also erstens mal natürlich so einen Kickoff Meeting.
00:08:38: wurde dann der Der Geschäftsführer oder der Chef, das kommt ja.
00:08:41: Also er macht es jetzt bitte und man gibt ihn so bisschen Bühne- und Redeanteil.
00:08:46: Und das Briefing kriegt ihr gleich von ihm.
00:08:48: Ja also Informationsvorsprung hat der und deshalb lädt man da formale Macht auf.
00:08:53: Das wichtig die brauchen wir im weiteren Verlauf.
00:08:58: Das werden wir gleich sehen?
00:08:59: Genau!
00:09:00: Ja genau.
00:09:01: und das nächste Konstrukt was ich dann baue ist dass man... Man baut hier eine So eine kleine eigene Firma wieder auf.
00:09:12: Nachdem ich ja auch verschiedene Abteilungen die Leute zusammengesucht habe, klappen natürlich bestimmte Sachen nicht mehr.
00:09:17: Also Datei-Ablagesysteme, Zugriffe auf Dateiordner und so was.
00:09:21: Das heißt es bildet sich eine eigene Projektstruktur.
00:09:23: Und welche Menschen, die oft im Projekt arbeiten, kennen das.
00:09:27: Was muss man machen?
00:09:28: Kommunikationsstrukturen aufbauen, Meetingstrukturn aufbauten... Wir legen die Dateien ab wie kommunizieren wir mit dem Kunden, wer usw.. Die ganzen Routine Strukturen, die es in der Linie gibt muss man da neu aufbauen und zwar passend für das Problem was man lösen möchte.
00:09:46: Deshalb mache ich ja das nicht mit der Linien sondern mit dem Projekt mit der Projektstruktur, die passen muss zum Problem.
00:09:52: meistens geht's um Geschwindigkeit.
00:09:54: Dann ist es meistens hilfreich auch darüber haben wir schon oft hier gesprochen für die Zusammenarbeit mit den neuen Kollegen und Kolleginnen Regeln und Prinzipien aufzubauen.
00:10:02: also Regeln haben wir auch schon oft gesagt, wo es blaue Wertschöpfung gibt.
00:10:07: Wo ich klare Konditionallprogramme habe wie wenn das System Theorie sagen, wenn dann Bedingungen da kann ich Dinge wirklich programmieren und Prinzipien für die komplexen Anteile im Projekt, wo ich dann auf die eigene Denkleistung der Mitarbeiter setzen muss.
00:10:22: weil einfach das Prinzip einen Denkraum einen Handlungsraum einen offenen Handlungsrahmen kreiert so dass die Mitarbeiter selber entscheiden können und ich eben dadurch die Wahrscheinlichkeit der Höhe das Entscheidungen korrekt zusammenpassen.
00:10:36: Über verschiedene Stationen hinweg!
00:10:38: Das ist jetzt die Chance für dieses Projekt, diese duale Wertschöpfung, die du gerade angesprochen hast also Trennung von Regeln basiert auf Aufgaben- und Prinzipien orientierten Aufgaben da in den Projekt umzusetzen.
00:10:49: In manchen Organisationen funktioniert es nämlich eine Linie gar nicht, dass man da genau trennt und die richtigen Arbeits Rahmen erzeugt, aber in dem Projekt können wir das temporär relativ schnell herstellen.
00:11:00: Also Regeln sind zum Beispiel so was wie?
00:11:02: wo legen wir welche Dateien ab?
00:11:04: Was gibt's denn?
00:11:06: wer macht eine Kommunikation Workflow?
00:11:09: Wie sieht unser Deployment Prozess aus von irgendwie Kommunikations oder sowas?
00:11:14: Wir treffen uns jeden Tag um neun Uhr.
00:11:15: für eine Synchronisation ist eine feste Regelkonditionierung
00:11:19: Genau, wer macht das?
00:11:22: Wer tut es?
00:11:23: Wer moderiert ist.
00:11:23: Das kann man alles regelbasiert feststellen und da war sie wieder!
00:11:26: Was brauchen wir um Regeln durchzusetzen?
00:11:30: Formale Macht.
00:11:31: Und deshalb müssen wir am Anfang den Projektlater mit formaler Macht aufladen ist auch nötig zum Geschwindigkeit zu machen.
00:11:38: Also speziell bei so Datei-Ablagesachen oder wie du kommentierst, was da gibt es immer mehrere Lösungen in der Organisation.
00:11:44: Natürlich greift man die bestehenden Lösungen irgendwie zu, die es da gibt.
00:11:49: aber um Geschwindigkeiten aufzubauen muss halt jemand schnell entscheiden können und sagt gut wir legen jetzt alles in MSTeams ab weil dann Datasystemen sind jeder Zugriff hat punkt damit er nicht herum diskutiert.
00:12:00: Kennzeichen von Regeln.
00:12:02: dafür brauche ich dafür um sie durchzusetzen formale Macht.
00:12:04: Dann haben wir noch Prinzipien.
00:12:08: Wachst du mal ein, zwei Beispiele noch geben?
00:12:09: Hast du ein paar schöne dabei?
00:12:11: Ja diese Prinzipien sind das ist eigentlich der eigentliche Schlüssel für die Leistungsfähigkeit von diesem Team weil in der Regel werden ja rote Wertschöpfungshantale hier bearbeitet und wie steuere ich als Führungskraft rote Arbeit nicht mit Regeln?
00:12:24: also weit dann hören sie auf zu denken.
00:12:27: Das heißt Ich brauche Rahmenbedingungen.
00:12:29: passend wieder zum Problem Die sage ich Mal gute Entscheidungen bei den Menschen provozieren.
00:12:35: Die Autonom idealerweise arbeiten in so einem Event-Team, was habe ich denn da?
00:12:40: Da hab' ich irgendwie ... Ich teils die Leute!
00:12:42: Also das ist ein Marketing, die eine machen die Fachlichkeit, die einen machen können sich um Logistik oder irgendwas.
00:12:47: also jeder seiner Fachlichkeit muss ihn natürlich irgendwie koordiniert kriegen aber auch ihnen die Möglichkeit geben autonom zu handeln und dafür brauche ich Prinzipien Rahmenbedingungen unter denen sie handeln können.
00:13:00: Beispiel Qualität vor Geschwindigkeit.
00:13:03: Also, lieber schnelle Entscheidungen treffen als eine perfekte Lösung finden.
00:13:07: Wer so ein Prinzip und das tropft man halt dann in so einem Daily wenn dann die Situation da ist gerade und sagt ja wie machen wir es jetzt?
00:13:15: Und ihr merkt so hey der probiert keinen Perfektionismus Dann baut ihr dieses Prinzip rein.
00:13:20: Meistens habt ihr nicht die Zeit den Kickoff großes Plakat aufzurollen.
00:13:24: Das sind jetzt die Prinzipien und die dann epischer Breite zu erklären Die ergeben sich in der Notwendigkeit das Projekt ist.
00:13:30: Und da muss der Projektleiter eben, sag ich mal ein schneller Prinzipienbauer sein, der genauso einen Prinzip ad hoc formulieren kann oder vier Augenprinzip.
00:13:42: Also der Beispiel, dass der Projekteleiter nicht verfügbar im Tag wo die Location besichtigt wird und da sind bestimmt Entscheidungen zu treffen für die Stühle stehen was auch immer.
00:13:51: dann geht er hin sagt hier du bist enabled Du kannst es machen darfst alles entscheiden.
00:13:56: Ich trage das mit Wenn du dir nicht sicher bist.
00:13:59: Vier-Augen-Prinzip holt einen zweiten beliebigen Menschen aus dem Projekt hinzu und entscheidet es.
00:14:05: So, das macht Entscheidungen schnell... ...und auch ein Prinzip sozusagen was man in so einem Projekt dann machen könnte.
00:14:12: Ich glaube das ist eigentlich noch noch das viel schönerer Beispiel weil jetzt so ein übergalaktisches Prinzip wie Geschwindigkeit vor Qualität zum Beispiel... ...könnte ich mir vorstellen dass es für den eine oder anderen zu abstrakt ist ne?
00:14:24: Also wie würde ich das denn wirklich dann konkret als Prinzip mal formulieren in einer Realsituation?
00:14:29: Das wäre jetzt ein schönes Beispiel dafür, weil ich kann sagen hey wenn ich als Projektleiter nicht da bin suchst du dir jemand anders und ihr beiden entscheidet.
00:14:35: Ihr abmeint okay.
00:14:36: Selbst wenn ich mit der Entscheidung nicht einverstanden bin, ihr habt entschieden und ich weiß das Geschwindigkeit wichtiger ist als Perfektionismus.
00:14:42: also bei Abwesenheit vom Projektleitor seid ihr jetzt hiermit befähigt zu zweit sie haben Entscheidungen zu treffen um diese dann ans Team zu kommunizieren.
00:14:50: Wenn Du die suchst warum in welcher Situation?
00:14:52: Das bleibt offen.
00:14:54: aber ihr entscheidet
00:14:55: ja.
00:14:55: und der Vorteil bis jetzt.
00:14:57: Wenn ich jetzt das Plakat aufhänge und ab Anfang das erzähle, Geschwindigkeit vor Qualität.
00:15:02: Dann ja was heißt denn das?
00:15:03: dann findet dieser soziale Aushaltungsprozess statt den du gerade beschrieben hast?
00:15:08: Den brauche ich aber in so einer Projekt-Situation nicht und der dauert zu lang!
00:15:12: Und deshalb setze sich das Prinzip dann wenn das Beispiel aufkommt weil dann ist es nämlich das Beispiel klar für alle und da gibt's auch keine Rückfragen Weil da weiß jeder, ah da war jetzt die Situation mit dem wo der Projektler nicht da ist und dann können sie das aber transferieren auf ihre Probleme.
00:15:29: Ah jetzt habe ich ja wieder so eine Situation wo so ein Projektler doch nicht da is, dann mache ich es genau so.
00:15:33: Das heißt in dem Moment wo quasi in der Praxis so einen Fall entsteht verkürzt sich diese ganzen Aushandelungsprozesse und Diskussionen weil das an einem Beispiel sofort klar wird.
00:15:44: Das heisst nicht am Anfang die großen Prinzipien ausrollen sondern die werden unterfly entwickelt Und natürlich Voraussetzung, das muss beobachtbar sein von der anderen Gruppe.
00:15:51: Wenn ich das ist Simone to One-Meeting mache und da einen großen Prinzip ehrgeschmeißt, das bringt nichts.
00:15:55: Das muss in dem Daily in der gesamten Gruppe beobachtet sein, dass die anderen das adaptieren können.
00:16:00: Genau damit Sie sehen, dass es tatsächlich funktioniert?
00:16:02: Ja!
00:16:02: Und der Freund leitet dann nicht nochmal reingerätzt sondern wirklich sagt hey ihr dürft selber entscheiden und das auch dann in der Gruppe eingeübt wird.
00:16:08: Und Grundregel für Prinzipien natürlich den Mitarbeiter nicht bestrafen aber klar machen wenn eine Überschreitung des Prinzips passiert ist, also das ist der Umgang wie man halt mit Prinzipien führt.
00:16:24: Das gilt da genauso natürlich.
00:16:26: Lass uns nochmal auf das Machtthema zurückkommen denn ich könnte mir vorstellen... Ich bin jetzt einfach mal verwirrt weil ich dachte Projekte sind dafür da um rote Wertschöpfung zu machen.
00:16:35: Jetzt haben wir gesagt wir brauchen auch noch blaue Anteile im Projekt.
00:16:37: Warum habe ich denn jetzt auch noch Blaue Anteil in dem Projekt?
00:16:40: Ja da gibt es eine Antwort die heißt Geschwindigkeit.
00:16:43: Das ist eine Wette, die der Projektleiter oder der das gestaltet eingehen muss und sich von Fall zu fall überlegen muss.
00:16:50: Wann lasse ich denn diese blaue Wertschöpfung Anteile im Team selber drin?
00:16:55: Und wann gebe ich die in die Linie?
00:16:57: Also ein Wohnant schreibt... also die roten Anteilen werden in diesem modifizierten Linie gemacht und die Blauen werden zurück in die linie
00:17:06: gegeben.
00:17:07: Das macht total
00:17:08: Sinn!
00:17:10: Genau, die Roten werden im Brecken gemacht und die Blauen werden zurück ins Instinkt.
00:17:14: Und das macht auch total Sinn.
00:17:16: auf einer theoretischen Basis natürlich erst mal und es gibt doch Fälle wo das stimmt.
00:17:19: jedoch jetzt nehmen wir unser Event.
00:17:22: da sind zum Beispiel irgendwelche Marketing Aktivitäten fällig zb in dem Post zu machen oder schnell irgendwie eine Landingpage hochzuziehen.
00:17:32: Es kann aber sein dass die Linienorganisation dafür viel zu langsam ist.
00:17:37: Das heißt also der typische Satz ist so, ja kann euch Marketing da nicht mehr helfen?
00:17:42: vielleicht ein bisschen und reflexartig denkt jeder so oh nein ich bitte nicht.
00:17:48: Also nicht weil Marketing doof ist oder wenn man sie nicht mag oder weiß das klappt nicht ne?
00:17:54: Weil die Prozesse in der Linie viel zu langsam sind dafür.
00:17:57: Da gibt es dann Freigabelprozesse und dann muss der drüber schauen ums der Vorstand sein sehr muss machen oder was.
00:18:03: Die bewusste Wette was lasse ich denn als blauen Anteil bei dem Projekt und was gebe ich raus.
00:18:10: Und das bestimmte Dinge kann man nicht rausgehen, so Datenschutz oder sowas ist halt in den Projekt-Team nicht leistbar.
00:18:16: aber wenn es leistbares muss mal die Pane in Kauf nehmen, dass man obwohl man eigentlich eine rote Wertschöpfungssetup hat dann trotzdem glaube Anteile macht das führt zu Reibungen ja das weiß nicht optimales als Orgmodell Aber hilft manchmal in der Geschwindigkeit erfolgreich zu
00:18:32: sein.
00:18:33: Und jetzt um den Kreis zu schließen, das war ja unsere zweite Option neben Schnittstelle in Symmetrisierung.
00:18:38: Wie werden so eine temporär modifizierte Linie aufbaut?
00:18:41: Dass wir eben auch blaue Anteile im Projekt lassen und die rote natürlich im Projekt machen.
00:18:45: und dafür brauchen wir auch jetzt wieder die Macht des Projektleiters weil diese blauen Anteilen natürlich auf die Teams verteilt werden.
00:18:51: Wir wissen alle da hat man kein Bock drauf!
00:18:54: Das sind meistens nervige Routine-Tätigkeiten und ich arbeite ja nicht im Projekt um Routine Tätigkeiten zu machen sondern um den geilen heißen Scheiß zu machen.
00:19:01: Ja, zentrale Aufgaben sind das meistens.
00:19:05: Und das Problem ist in der Projektstruktur gibt es keine Zentrale.
00:19:08: Da gibt's einfach nur Team-Member und einzelne Leute und da muss man halt dann diese zentralen Aufgaben nehmen und sagt macht ihr anteilig die?
00:19:15: Also keine Ahnung!
00:19:17: So ein Plakat für so einen Stand oder so.
00:19:19: Ich sage ja wir müssen den Stand können wir jetzt nicht zentrall machen dass alle Plakate gleich ausschauen also netter Move.
00:19:28: Man probiert das in die Zentrale zu schieben.
00:19:29: vom Projektmitarbeiter, muss man sagen nein.
00:19:33: Keine Ahnung was fällt einem da ein?
00:19:34: Wie könnte man das machen?
00:19:35: Also dann würde ich sagen du machst es, du legst es fest und alle anderen kopieren von dir.
00:19:41: Das ist eine blöde Indefizienz die man sich da einbaut weil er natürlich nicht als Zentralabteilung hier so richtig gut agieren kann.
00:19:49: aber im Sinne der Geschwindigkeit ist das die schlaere Lösung.
00:19:53: Und dann abschließend glaube ich noch einen wichtiger Punkt den man zumindest als Projektleiter-Projektleiterin mit berücksichtigen muss Die Offräumarbeiten.
00:20:00: Weil irgendwann kommt der Punkt wo eine temporär modifizierte Linie, die heißt ja Temporär das heißt sie ist nicht auf Dauer.
00:20:06: Irgendwann sich auflöst nämlich in dem Moment wo das Projekt abgeschlossen ist und wieder in die Linie übergeben werden muss.
00:20:13: Und jetzt soll ich ganz bewusst Zeit einplanen für Aufräumarbeiten und die will auch keiner machen.
00:20:18: Das ist auch nervig aber es muss gemacht werden.
00:20:21: Ja da braucht's dann wieder die Formale machte Linie wo der Mitarbeiter wieder zurückgeht, der muss es dann durchsetzen.
00:20:28: Weil diese Projektteams zerfallen schneller als man denkt.
00:20:34: Also wenn jetzt wir das Event nehmen am Ende des Events also wenn die Kisten ins Büro geschleppt worden sind mit den Flipcharts oder was so immer und dann sind sie halt am nächsten Tag sofort wieder woanders eingeplant oder auch immer Und dann tupu zerfällt es!
00:20:50: Das Problem ist jetzt Wenn ich da nicht diese Aufräumarbeiten mache dann entziehe ich der Organisation etwas ganz Wichtiges, weil wir müssen ja eigentlich in diesem Projekt möglicherweise Teile müssen gelernt werden und die in die Linie überführt werden.
00:21:11: Und wenn ich das nicht tue, dann entzieh ich der Organization des Lernen.
00:21:16: also Ich muss sowas machen wie eine Retrospektive.
00:21:19: Wie ist denn gelaufen die Zusammenarbeit?
00:21:22: Ich muss eine fachliche Respektive machen.
00:21:24: Ist es gut angekommen?
00:21:27: Waren wir erfolgreich.
00:21:28: Ich darf Dokumentation machen, dass wenn jetzt ein anderes Projektteam das machen muss, dass die möglicherweise auf gelernte Dinge, die da übertragbar sind, dass sie drauf zugreifen können und das kann der Projektleiter manchmal gar nicht mehr mit seiner formalen Macht tun weil er ist ja in dem Moment wo es auseinander fällt seine Formalen macht beraubt wird.
00:21:50: ihr hatte ja nur temporär.
00:21:52: Das heißt das muss dann wieder die Führungskraft der Linie machen Und es ist teilweise ein bisschen rumpelig, weil dann sind ja wieder mehr Reführungskräfte beteiligt.
00:22:00: Weil das ja ein crossfunktionales Team aus verschiedenen Abteilungen war.
00:22:03: Das ist da ein bisschen anspruchsvoll.
00:22:04: Aber da muss man ein bissel dahinter sein.
00:22:06: Aus besagten Grund lernen für die Organisation sicherzustellen
00:22:12: oder ich könnte auch das als Teil des Projekts noch mit einplanen.
00:22:16: Ja
00:22:17: also ich könnte sagen dass sich am Schluss einfach nochmal zwei Wochen eine Woche auf Räumphase mit einkalkuliere, dass die Leute weiterhin aus der Linie abgezogen sind um in diesem Projekt noch die Aufräumarbeiten zu machen und dann erst das Team zerfällt.
00:22:30: Ja aber auch da ich meine es weiß jeder ne?
00:22:31: Das ist immer so eine gewisse Anspannung Der Adrenalinspiegel ist hoch Dann ist diese Messe, dann ist dieses Event, dann is dieser Riese Go Live oder was auch immer... ...dann halt der Sinn und Zweck dieses Projekts war Und dann ist er sehr ledigt und dann fällt erstmal die Last von allen Leuten ab, dann sind sie erst mal im Urlaub, dann erholen die sich und es hat keiner Bock Keiner danach wieder.
00:22:53: Das Problem an der Sache ist ja die Struktur, wie wir sie initialisiert haben.
00:23:01: Wir haben uns diese Magie dieser Ausnahme bedient um diese Höchstleistung zu ermöglichen und jetzt am Schluss den zu sagen das war gar keine Ausnahme wir wollen es vielleicht wieder machen widerspricht dem Gründungsmythos dieses Projektteams und dadurch ist es so schwer dagegen anzusteuern.
00:23:20: Also da würde ich das so insgeheim sagen, es war ja Ausnahme, wir machen nie wieder.
00:23:23: Es ist einmalig!
00:23:25: Nee vielleicht ist das was wir gerade lernen und also dass wir so Events machen müssen... ...und dann hätte ich gerne bitte gelernt.
00:23:32: Und das ist ein bisschen der Widerspruch, der sich da ergibt und deshalb zerstreut die auch in alle Winde.
00:23:38: Der Projektleiter zerfällt den Staub jedenfalls virtuell.
00:23:42: gut Wir haben heute über die temporär modifizierte Linie gesprochen, einen Denkzettel von Gerhard Wohland.
00:23:47: Wie gesagt, je links packen wir in die Show-Notes.
00:23:50: Wir sind ein bisschen tiefer noch reingegangen weil neben der Schnittstände Symmetrisierung und wie man denn eigentlich also wie diese Höchstleister denn bei hoher Dynamik dieser Arbeitsteilung wirklich nutzen zwischen Projekt und Linie das bleibt etwas unklar.
00:24:02: Das haben wir heute etwas tiefer beleuchtet.
00:24:04: Die Konsequenz daraus ist dass wir uns ganz still und heimlich eine Matrixorganisation eingefangen haben die natürlich ihre Probleme hat.
00:24:13: Und Stichwort Matrix-Organisation, dafür werden wir auch noch mal eine andere Folge machen.
00:24:17: Die wird vermutlich ganz bald rauskommen.
00:24:19: Das ist nämlich nochmal ein ganz eigenes Thema für sich.
00:24:24: Martin!
00:24:25: Vielen Dank!
00:24:26: Wir wünschen euch liebe Zuhörer, lieber Zuhöhrerinnen, eine gute Woche.
00:24:30: Schreibt uns gerne wieder in die E-Mail wenn ihr auch Fragen habt.
00:24:32: Wir beantworten sie gerne.
00:24:35: und dann auf bald.
00:24:36: alles Gute!
00:24:38: Bis denn.
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