292 - Software als Maßanzug mit Jens Aßmann

Shownotes

Was passiert, wenn Software nicht mehr als skalierbares Produkt gedacht wird, sondern immer stärker zum individuellen Maßanzug für einzelne Kunden wird? In dieser Folge sprechen David, Martin und Jens Aßmann über ein typisches Muster in Softwareunternehmen: den dauernden Zug zur Individualisierung – und die oft unterschätzten Folgen für Entwicklung, Vertrieb und Geschäftsmodell. Ausgangspunkt ist ein fiktischer, aber sehr realitätsnaher ERP-Fall aus dem Mittelstand. Mit einer spannenden Diskussion über Sonderlocken, Release-Aufwände, unbewusste Entscheidungen und die Frage, wann ein Softwarehaus eigentlich aufhört, Produktanbieter zu sein – und zum Dienstleister wird.

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Viel Spaß beim Hören! Dein David & Martin


Martin Aigner

David Symhoven

Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen bei Wir Müssen Reden, dein Podcast für agile Organisationsentwicklung mit David Zumhofen und Martin Eigner.

00:00:08: Hier geht es um Organisationsentwicklungen, moderne Führung, Teamdynamiken und die Herausforderungen komplexer Systeme.

00:00:14: Schön dass du wieder eingeschaltet hast!

00:00:16: Und los geht's!

00:00:23: Einen wunderschönen guten Tag zusammen.

00:00:25: und an meiner digitalen Seite wie immer der liebe Martin Servus und ein neuer Gast den wir jetzt das eine oder andere mal wahrscheinlich öfter in diesem podcast hören werden.

00:00:35: Jens Asmann, grüß dich.

00:00:37: Moin David, moin Martin!

00:00:41: Schön dass du hier bist und uns bereicherst in diesem Podcast und wir wollen zusammen uns in den nächsten paar Folgen mal gucken.

00:00:47: wie vieles werden über Organisationsmuster unterhalten im Speziellen für verschiedene Branchen?

00:00:53: aber zuerst einmal Jens vielleicht jetzt ein paar Worte zu dir damit die Zuhörerinnen dich auch kennen und dich einordnen können.

00:01:00: Das mache ich gerne.

00:01:01: Danke erst mal, dass ich bei euch sein darf.

00:01:03: Freut mich sehr und freue mich auf die Runden, die wir zu den Organisationsmustern drehen.

00:01:07: Ich bin Jens Komm aus Hamburg.

00:01:09: Zum Grüß dir und Servus lege ich das Moin dazu.

00:01:12: Bin selbstständiger Organisationsentwickler Und mach das noch gar nicht so ewig im fünften Jahr und habe vorher war so mein roter Faden im weitesten Sinne politische Interessenvertretung.

00:01:23: Also ich habe mich um Interessen von Unternehmen gekümmert.

00:01:26: in der Handelskammer Hamburg, also bei einer IHK hab die gebündelt und gegenüber Politik- und Verwaltung vorgetragen.

00:01:33: Das war so ein bisschen der Rahmen der Tätigkeiten, die ich fast zwanzig Jahre gemacht habe.

00:01:38: Im zweiten Teil meiner beruflichen Laufbahn bin ich nach einer krachend gescheiterten Reorganisation auf Organisationsentwicklung gestoßen.

00:01:46: Erst mal ein bisschen wie so ein Passagier, der in einem Zug saß den dessen Ankunftsort er nicht bestellt hat nämlich sozusagen eine gekräschte Reorganization und daraus hat sich ne Neugierde entwickelt zu verstehen was da eigentlich gerade passiert ist.

00:02:00: also das einzige wenn ich es mal ein bischen spitz formuliere was ich wusste isst so geht's nich.

00:02:05: Das war es aber dann auch schon.

00:02:07: Und habe dann eine Ausbildung für die Richtung Organisationsentwicklung gemacht, habe die Systemtheorie wieder entdeckt und dann lieben gelernt – ich kannte sie nämlich von vor fünf, zwanzig Jahren aus der Kommunikationswissenschaft ein bisschen, aber damals war sie irrelevant für mich zu verkopft usw.

00:02:22: Der Teil hat sich nicht ganz verändert, aber die Relevanz hat sich deutlich geändert.

00:02:26: Und hab mir dann ehrlich gesagt eingehandelt.

00:02:29: aus dieser Suche Wie es in diese Re-Orga gescheitert, habe ich gemerkt.

00:02:33: Das ist nicht nur etwas was mir hilft um das zu verstehen sondern das wird auch das Thema meiner Selbstständigkeit und hier bin ich.

00:02:40: Sehr schön ja!

00:02:41: Und wie's nicht geht ist ein sehr guter Startpunkt.

00:02:43: Also gerade im komplexen Wissenwehr per Ausschlussverfahren ist meistens wirksamer als Zielzudäckig.

00:02:48: Ist

00:02:48: nur blöd wenn man noch neuntausend neunhundertneunzig andere Wege daneben legen könnte wie es auch nicht wird dann wird es irgendwann schwierig.

00:02:55: Vollkommen richtig ja... ...und jetzt unsere klassische Einstiegsfrage

00:02:59: Genau.

00:02:59: Ich habe im März angefangen, ein Softwareunternehmen zu begleiten was sehr groß ist, was sehr schnell in Wachstum ist und das Wachstem der Investoren sucht.

00:03:11: In dem Zusammenhang bin ich eingestiegen in den Bereich, den ich dort begleitend darf und habe eine Kulturmuster-Analyse gemacht, einen ersten Aufschlag gemäß der Symptomatik, die mir der Kunde geschildert hat.

00:03:23: Da sind wir jetzt gerade in der Runde darüber nachdenken, in welcher Setting wir aus Analyse und Erkenntnis in die Bearbeitung und Veränderungen gehen.

00:03:32: Und da freue ich mich sehr drauf, weil das glaube ich auch ganz gut zu unserem heutigen Thema passt.

00:03:36: Ja, wollt grad sagen welch brillante Überleitung!

00:03:38: Genau Jens wir zwei haben Artikel geschrieben oder wir werden in den kommenden Monaten auch noch einige Artikel schreiben mit dem Ziel dass für uns Organisationsmuster spezielle Organisations-Muster für Branchen anschauen.

00:03:51: Den ersten Artikel den Link dazu packen wir in die Show Notes der ist auch schon erschienen heißt Software als Maßanzug.

00:03:56: Wir haben uns also die Softwarebranche bzw.

00:03:58: die Dienstleistungsbranche da auch angeguckt und wollten damals herausarbeiten, was passiert denn da Besonderes eigentlich?

00:04:05: Welche Besonderheiten liegen in dieser Branche und wie zeigt sich das dann strukturell kulturell in den Organisationen, welche Musterbilden sich daraus aus?

00:04:12: Natürlich immer mit dem Disclaimer dass es nicht vollständig ist.

00:04:16: wir haben uns eher auf einen Muster konzentriert um das er etwas in der Tiefe durchzudeklinieren als jetzt alle zu beschreiben.

00:04:22: Das geht ja vor allen Dingen gar nicht.

00:04:24: Es gibt ja immer andere Ausprägungen.

00:04:26: aber Genau, wir haben uns ein spezielles Muster angeguckt und da darfst du jetzt gerne nochmal einsteigen.

00:04:32: Software als Maßanzug!

00:04:35: Wir haben in dem Artikel Natürlich fiktive Situation und die genauso natürlich aus der Realität irgendwie genährt ist beschrieben.

00:04:42: Stellt euch vor, wir sind in einem Besprechungsraum im Sauerland bei einem Mittelständler, der Metallbau als Geschäftszweck hat und auf der einen Seite sitzt Der Einkäufer des Mittelständlers das ZILAT ein neues ERP System anzuschaffen entweder neu oder erstmals.

00:05:00: Das spielt für den Fall gar keine große Rolle und ihm gegenüber Sitzten Vertriebler eines ERP-Softwarehouses, dass das auch entwickelt und anbietet aus Niedersachsen.

00:05:09: Und die beiden beobachten wir sozusagen zu Beginn in so einem Dialog wie sie miteinander unterwegs sind.

00:05:16: Der Einkäufer, der aus dem Metallbau kommt, sagt bei uns ist alles ganz besonders.

00:05:22: Ganz speziell!

00:05:23: Wir haben das ERP ja gesehen und wir vergleichen sie mit anderen usw.

00:05:26: Aber wir haben schon noch ein paar Sonderlocken die wir gerne hätten weil wir sind ja speziell.

00:05:30: Wir sind ja nicht vergleichbar mit den andern.

00:05:32: Unten guter Vertriebler wird dann nicht sagen ne, ne hier one size fits all du kriegst den Anzug von der Stange sondern verkauft natürlich einen Maßanzug, wenn der Kunde de facto einen will.

00:05:43: Und das ist sozusagen die Einstiegssituation und die Überleitung.

00:05:46: Wenn der Vertriebler dann mit einem guten Gefühl wieder nach Niedersachsen fährt In den nächsten Vertriebsrunde davon berichtet dass im nächsten Quartal wahrscheinlich was ansteht Dann trifft er irgendwann auf dem Flur einen Entwicklerkollegen Der das ERP baut und dem erzählt er natürlich Vorfreude und der schlägt die Hände über dem Kopf zusammen als er hört Das wieder mal nicht nur einen Anzug von der Stange, sondern wieder mal quasi ein Maßanzug zum Preis eines Anzugs von der stange verkauft wird.

00:06:14: und darauf gucken wir gemeinsam.

00:06:17: Ja danke für den Case!

00:06:19: Also so wie es nicht in Software ist, also so ein Enterprise Resource Planning Tool das ist das zentrale Software Element einer Organisation.

00:06:29: Also deshalb ist das auch super relevant was da passiert.

00:06:33: Das ist nicht ein Word oder einen Excel, was man da einführt und man könnte auch ein Pages von Apple nehmen.

00:06:39: Das Ding kriegt man nicht mal so schnell los wenn man das mal hat.

00:06:43: Oder wenn man keine Zeit hat, hat man Probleme.

00:06:44: also relevante Software Produkt

00:06:48: nochmal mit einer hohen Fahrtabhängigkeit auf der zeitlichen Achse, genau wie du es gesagt hast.

00:06:52: Und insofern ist glaube ich gerade dieser dieser Moment passt also der gegenseitige Abfrage von Passung.

00:06:57: das hochspannend weil für beide Seiten sich da eine wahrscheinlich in der Realität zehn bis fünfzehnjährige zeitliche Abhängigkeit generiert.

00:07:06: Ja jetzt wer diesen Podcast hört seit längerem weiß dass wir hier keine Blaupausen und fertige Lösungen einfach präsentieren und uns die Welt einfach machen sondern wir wollen ja etwas differenzierter drauf schauen.

00:07:15: Und wenn ich mich jetzt mal blöd stelle oder ich mich auch in die Situation vielleicht eines Hörer- oder Hörerinpakke, ... ... die jetzt vielleicht gar nicht so viel Ahnung von Softwareentwicklung hat.

00:07:25: Würde ich mich ja fragen... Ja, so was?

00:07:28: Was ist denn jetzt das Problem?

00:07:29: Also Vertriebler hat einen guten Job gemacht und hat etwas verkauft.

00:07:32: Der kriegt sogar seinen Bonus!

00:07:34: Kriegt sogar sein Bonus und der Entwickler... Ich meine, die sind eh schwierig.

00:07:38: Die Leute

00:07:40: beschwunden es immer noch.

00:07:42: Der Kunde ist auch happy.

00:07:43: Also Jens, was ist denn jetzt das Problem?

00:07:45: Bis hier ist es genau so wie du beschrieb.

00:07:48: So könnte man drauf gucken und spannend finde ich dem Hände über den Kopf schlagen des Entwicklers ein bisschen nachzugehen.

00:07:55: Warum tut er das?

00:07:55: Und das hat er ja nicht zum ersten Mal gemacht.

00:07:57: Das hat er im letzten Quartal als er den Kollegen an der Café Maschine getroffen und aufzugemacht.

00:08:04: Wenn man schaut was da passiert, dann ist auf der einen Seite natürlich der Wunsch des Kunden nach maximaler Individualisierung total nachvollziehbar.

00:08:12: Weil diese Metallbau-Wässerburg GmbH die wir da beschreiben, die ist ein Unikum wie jede aus Unternehmen ein Unikum ist und insofern ist der Kundenwunsch genau völlig legitim und es wäre überraschend wenn es anders wäre.

00:08:23: Das heißt der Kunde wünscht sich so gesehen immer bleiben wir in unserer Metapher den Maßanzug zum Preis eines Anzugs von der Stange.

00:08:31: Da kann man nichts dran ändern.

00:08:32: Und jetzt ist die Frage, wie der Softwareanbieter drauf reagiert?

00:08:36: Das was ein Software-Anbietter wenn er das Software selber herstellt und nicht nur Dienstleistungen verkauft ja versucht ist dass er in der Entwicklung durch die Entwicklung und durch sein Produkt was er baut Zeit und Geld entkoppelt.

00:08:48: Dass er halt sagt eine Entwickler Stunde hat einen Hebel für unsere dreihundert vierhundert Kunden die das Produkt nutzen.

00:08:57: Und diese Wette und die Möglichkeit, also Skalierbarkeit Entkopplung von Zeit und Geld stattfinden zu lassen funktioniert so lange wie das Produkt in einer engen Grenze und eben in einem Standard bleibt.

00:09:08: Und nicht zwölf oder achtzehn Sonderlocken hat oder pro Kunde eine Sonderlocke hat.

00:09:13: Genau da droht sozusagen das Problem dass der Vertriebler den Vertrieb stattfinden zur Lassen legitimerweise dem Wunsch nach Individualisierung nachguckt und der Entwickler hat eigentlich das gegenläufige Interesse sozusagen die Standardisierungen zu verteidigen.

00:09:28: Und insofern sind wir in so einer Spannung zwischen Individualisierung, weil – und genau das passiert hier wiederholend wenn dieser Logik dass der Vertriebler die Sonderlocke verspricht, die der Entwicklerin nicht will dann kann passieren, dass ein Unternehmen was eigentlich ein Produktanbieter ist paskalieren kann, auf einmal zum Dienstleister wird.

00:09:48: Und Dienstleiste heißt dann nicht besser oder schlechter.

00:09:50: ganz wichtig aber ein anderes Geschäftsmodell.

00:09:53: und dann ist halt meine investierte Stunde eins genauso hoch wie der investierte Ertrag Eins nämlich nur für dieses Metallbauunternehmen weil ich die Sonderlocke natürlich nur einmal schrauben muss und nur einen Unternehmen profitiert.

00:10:06: Ich habe noch die ganzen Wartungsarbeiten.

00:10:08: also nicht nur dass sich mir jetzt beiläufig mal eben ein Geschäfts-Modell eingehandelt hat was ich gar nicht haben wollte sondern ich hab zusätzlich auch noch Und das können Software-Entwickler, glaube ich besonders gut nachvollziehen, extreme Sonderaufwände.

00:10:20: Weil jede Sonderlocke die ich da habe muss ja abgetestet werden.

00:10:22: Ich muss sicherstellen dass sie auch zukünftig noch funktioniert wenn es dann weiter Software Updates gibt, wenn die ERP Version hochgeschraubt wird oder was auch immer.

00:10:29: Also neue Features kommen ne?

00:10:31: Wenn jetzt so ein Feature kommt und das geht nicht, dann muss ich das Feature eigentlich nochmal programmieren für diesen individuellen Kunden.

00:10:37: Und wenn ich das einmal hab ist kann ich da vielleicht noch sagen ja Auge zu.

00:10:41: aber wenn ich da zehn solche Kunden habe, da haben wir ein Problem weil dann explodieren die Kosten für neue Features.

00:10:47: Und nicht nur die Kosten, sondern auch wenn ihr euch vorstellt ich habe meinen normalen Release wo irgendwelche Backfixes drin sind und so weiter die allen zur Verfügung gestellt werden können.

00:10:56: Dann den mache ja sowieso.

00:10:58: das wäre ja auch noch skalierend und dann hab' ich meine keine Ahnung.

00:11:00: zehn Prozent meiner Kunden oder vielleicht sogar mehr als die Hälfte kann ja auch sein braucht eine Sonderlocke.

00:11:06: Das wird natürlich auf der Zeitachse auch noch ne Folge haben.

00:11:08: also ne Sonderlocke zu programmieren dauert natürlich immer länger als den Standard zu programmiert.

00:11:12: es wird teurer dauert länger Und im Artecke beschreiben wir das so.

00:11:15: Im Prinzip ließwechsel führt zu einem gesonderten Friseureinsatz, um diese Sonderlocke zu frisieren und das ist natürlich was man auch bezahlen muss.

00:11:24: und die Beobachtung oder das was vielleicht gar nicht vielen Unternehmen so klar es ist dass man sich sozusagen diesen dauerhaften auf zehn fünfzehn Jahre gestalteten Friseüreinsatz einhandelt.

00:11:37: also einhandeln im Sinne von Das ist keine bewusste Intentiones machen wir so sondern es passiert und alle zucken mit den Schultern sagen Wie ist das denn zustande gekommen?

00:11:46: Und die Softwarehersteller selber, die tun schon ein bisschen was dazu, dass man sich das einhaltet.

00:11:51: Weil sie tun zum Beispiel so etwas machen ja wir können da das Firmenlogo einbauen und die Farben können wir ändern.

00:11:57: also auf der Oberfläche kann man das ja relativ leicht customisieren und dann erwecken Sie eine Erwartungshaltung, damit wir alles anpassen Und strukturell betrachte gibt es ja einen Unterschied, also dass man quasi die oberflächliche Anpassung wie ich das Produkt anmahle welche Farbe oder halt was da drin in der Architektur steckt und das kann ich eben nicht so leicht anmalen.

00:12:18: Da sind die Vertretungen nicht anders gelegt und ich glaube diese Differenzierung wird dann in so einer Vertriebssituation so nett umspielt.

00:12:27: Ich glaube das ist

00:12:28: schon einen

00:12:29: Punkt wo man hinschauen muss, genau in der Situation.

00:12:31: Weil du hast so locker gesagt das ist so ganz klar dass dir immer ein Maßanzug haben möchte für den Preis von einer Standardsoftware.

00:12:38: im Kern ist es ja eine Preisverhandlung also im Prinzip ist es die Nutzenmaximierung.

00:12:43: ich möchte jetzt ein Preis zahlen und ich möchte das Maximale rauskriegen nämlich am besten individuelle Software.

00:12:49: aber ich möchte noch die eine Zahl.

00:12:50: also ich würde auch da ansetzen sagen Moment was verhandeln wir gerade?

00:12:54: Also Wenn du ein Maßanzug haben möchtest, machen wir gerade eine Preisverhandlung.

00:12:58: Dann ist der Preis der.

00:13:00: Wenn du die Standardprodukte hast, dann ist der Preis der.

00:13:02: Also da Klarheit reinzubringen würde wahrscheinlich allen helfen erstmal.

00:13:07: Aber ich gebe dir recht!

00:13:08: Die werden oft so geführt auf dieser Spielwisse des Logo-Anpassens.

00:13:12: Ich will den Punkt des Logos anpassen versus eine Artiefgehende Anpassungsprogrammierung.

00:13:17: Den will ich nochmal unterstreichen.

00:13:18: und eine Unterscheidung, die mir dabei geholfen hat als Nichtsoftware Entwickler Das nachzuvollziehen ist, wenn man jetzt Customization im Sinne von Logo anpassen, Unternehmensfarben reinbringen.

00:13:29: Bestimmte Begrifflichkeiten einfach nur auf den Schaltflächen zu ändern und dann die Sprache anzupassen dieser Metallbaufirma Dann ist das Customization in dem Sinne von so einer erweiterte Konfiguration.

00:13:39: Und Customization macht, bearbeitet dass wie das ERP, wie die Software aussieht So, das hinterlässt einen Eindruck beim Kunden.

00:13:46: Aber hat jetzt auf diese Unterscheidung, auf die wir hinauswollen... ...hat an der Basis und an der Art wie die Software denkt,... ...das wäre ja der Unterschied.

00:13:53: Also wie sie aussieht und wie sie denkt macht sich keinen Unterschied.

00:13:57: Und Anpassungsprogrammierung hieße dann die Wirk-Rhythmen, die Art wie sie tief im Kern gedacht wird sozusagen, wie sie verdrahtet ist.

00:14:03: Die wird angegangen!

00:14:04: Und genau dazu laden wir ein auf diese unterscheidungen zu gucken.

00:14:07: Also Customization vs.

00:14:08: Anpassensprogrammierungen oder wie man immer auch anders das nennen könnte also aussehen versus denken da drauf zu gucken, weil die These, die bei uns mitläuft ist dass das bei vielen Organisationen einigermaßen unbewusst nur stattfindet und man dann in der Folge sieht was man sich eingehandelt hat.

00:14:24: Ja also bei Software hast du sowieso ganz viel so unbewusste Sachen ne?

00:14:27: Also auch zum Beispiel den kulturverändernden Aspekt von der Software.

00:14:31: also fängt man sich ja auch ein.

00:14:35: Ich gebe ein Beispiel, der Watten und dann Kontrolle bist du wirklich ja bitte von Führungskraftzone so freigeben.

00:14:43: Ja wenn es diesen Prozess nicht gibt vom Führungskraft frei geben, baue ich da jetzt eine Kontrollätikultur ein nur über die Software weil die Software das so tut.

00:14:53: Das kann man natürlich entkräften und sagt oh ja ich genehmige alles.

00:14:56: aber das sind viele Dinge die in der Software Geschichte sich so unterschwellig einfängt.

00:15:04: Jetzt lass uns noch mal ein bisschen konkret auf das Muster eingehen, weil wir haben jetzt gesagt.

00:15:08: Wir haben diese Grundspannung zwischen Individualisierung und Skalierbarkeit.

00:15:12: Da hast du ja auch schon schön rausgearbeitet.

00:15:14: Diese Grundspannung lässt sich ja nicht lösen.

00:15:16: Das ist ja auch ein Thema was wir hier schon oft angesprochen haben im Podcast sondern es geht uns um die bewusste Umgang mit dieser Spannung.

00:15:25: Und wie man jetzt mit der Spannungen umgeht, entscheidet darüber wie sich langfristig ein Muster in eine Organisation einschleift könnte man sagen Und das übliche, was man sieht ist dass jetzt eben einseitig sich zum Beispiel für den Vertrieb entschieden wird oder für die Entwickler.

00:15:39: Oder es wird.

00:15:39: dieses Mindset-Gebärsche geht dann los oder man fängt an Kulturprogramme zu starten weil man sich denkt ja hier die Entwicklern müssen doch auch mal Verständnis für den vertrieb haben oder die Vertriebe müssen auf einmal Schulungen machen, damit sie wissen wie die Entwicklung funktioniert oder was auch immer ne?

00:15:54: Oder da hängen Plakate an den Wänden, dass wir uns auch gegenseitig vertrauen wollen und wir are one company sind.

00:16:00: Das ist ein möglicher Umgang damit, der wahrscheinlich wenig wirkungsvoll ist.

00:16:04: Der andere Umgang ist aber damit dass wir sagen wir wollen diese Spannung bewusst haben ins Bewusstsein der Organisation sozusagen heben in die Kommunikation bringen und dann überlegen wie wollen wir dann wichtig damit umgehen?

00:16:13: Wann ist nun müsste welche Seite gewinnen?

00:16:15: wann lohnt es sich die Individualisierung zu machen und wann nicht?

00:16:19: Genau, aber dafür muss natürlich genau das was wir nehmen.

00:16:22: Das ist natürlich prototypisch und ein bisschen abstrahiert wo wir sagen dass es wahrscheinlich einer der blinden flecke ist keine bewusste entscheidung sondern eine die man erst in erfolge beobachten kann.

00:16:31: dazu muss jetzt einfach auf den tisch kommen dafür muss diese diese unterscheidungen auf dem tisch gelegt werden und man könnte hier zum beispiel zwei mitnehmen.

00:16:37: die eine haben wir gerade gestreift nämlich customization versus anpassungsprogrammierung aussehen versus denken und die andere wäre noch viel viel grundlegender auch jenseits von zum Beispiel Vertrieb und Entwicklung, die wäre die Frage was ist eigentlich unser Geschäftsmodell als Software-Hersteller?

00:16:53: Sind wir ein Beratungshaus das ausschließlich Dienstleistungen verkauft?

00:16:57: dann spricht gar nichts dagegen sozusagen eine Entwicklerstunde mit dem eins gleicheins zu verkaufen völlig legitim.

00:17:05: oder sind wir einen Produktentwickler der eigentlich skalieren will.

00:17:08: Und mit unseren x Softwareentwicklern wollen wir den Skalierbarkeit von y generieren diese beiden Dinge zb auf Tisch zu legen und zu besprechen, was man eigentlich ist sein will.

00:17:19: Und wie weit der heutige Status quo vielleicht davon abweicht?

00:17:22: Das ist glaube ich eine spannende Diskussion Einladung die man sich geben kann.

00:17:27: Da sind halt auch dann alle mit dabei dann und können auch entsprechend handeln.

00:17:31: also wenn die Entscheidung so oder so ist.

00:17:32: Also Marketing kann dann sagen ja wir machen nur Standardsoftware und die Message ist ihr kriegt ein neues T-Shirt aber jeden Tag ein frisches Standard Versus andere Entscheidungen, ihr kriegt ein Maßanzug.

00:17:47: Perfekt auf euch abgestimmt.

00:17:48: Super schick!

00:17:49: Das sind beides Marketing.

00:17:50: Und wenn die das dann verarbeiten können weil es Transparenz gemacht worden mit dieser Frage, dann können sie entsprechend ihre Marketingstrategie ausrichten darauf und Folgeentscheidungen wie Vertriebinsentivierung usw.

00:18:02: kann man danach ausrichten.

00:18:05: Also um das noch einmal zusammenzufassen, wir sind in einem Softwareunternehmen und die haben grundsätzlich die Spannung zwischen Individualisierung und Skalierung.

00:18:13: Da kommt glaube ich im Softwareunternehmer fast alle nicht drum herum.

00:18:16: Diese Grundspannung ist da und wir plädieren jetzt dafür eher eine bewusste Gestaltung dieser Spannungen in dem Unternehmen vorzunehmen anstatt sie sich unterbewusst einzuhandeln mit allen Konsequenzen, die da einhergehen.

00:18:27: Und wir haben jetzt drei Unterscheidungen oder zumindest drei Reflexionsfragen angeboten, die man sich stellen kann um eben diese Grundspanien in die Diskussion zu bringen.

00:18:36: und das eine ist eben, welche Kunden haben wir uns mit der Zusage von Sonderlocken eingekauft?

00:18:41: Was kostet uns das bei jedem Release?

00:18:43: also die Kosten für diese Customization sich anzugucken.

00:18:46: Die Unterscheidung zwischen Customization und Anpassungsprogrammierung und eben die Frage auch wer wollen wir sozusagen sein als Softwareunternehmen?

00:18:54: Wollen wir Dienstleister sein oder wollen wir ein Produkt anbieten und dann konsequent sich danach auszurichten?

00:19:00: Es geht auch beides.

00:19:01: ne ich kann da eine Ausgründung machen Das mache ich in einer anderen Firma.

00:19:06: Also es geht auch, aber ich muss das organisational trennen.

00:19:09: Genau und finde ich gut wie du es betonst Martin weil es geht ja nicht darum dass das eine besser als schlechter ist geschweige denn moralisch zu bewerten wäre sondern es geht eigentlich lediglich darum etwas, was meistens unbewusst ist ins Bewusstsein zu bringen und dann die Entscheidungswege danach auszurichten.

00:19:25: Und wie?

00:19:26: Was vorne ist Dienstleistung vorne oder skalierbarer Produkthersteller?

00:19:30: das sei bitte natürlich eben Hersteller überlassen.

00:19:33: aber und deshalb haben wir uns das Beispiel ja gegriffen in der Software.

00:19:36: wenn ich selber hersteller bin ist sicherlich immer dass wer meine Vielleicht ist sie gar nicht so steil, die These aber es wäre meine These immer eingebacken irgendeine Form von Skalierbarkeit zu machen weil ich natürlich keine Lust habe Pro für einen Kunden eine RP zu bauen.

00:19:48: Insofern gehen wir fest davon aus dass die meisten Softwarehersteller Skalrierbarkeit als Wunsch haben und wenn Sie auf den Status quo gucken wahrscheinlich an bestimmten Stellen merken Wir haben doch eine ganze Menge zu frisierende Sonderlocken.

00:20:02: Diese Ausgründung ist ja durchaus ein gängiges Konzept.

00:20:05: Die schaffen dann irgendwie einen Community-Ökosystem, was ausgegründet ist und gekoppelt ist nicht an die Softwareentwicklung

00:20:11: kommt.

00:20:13: Alles klar!

00:20:14: Jens, dann sage ich vielen Dank für diesen ersten Aufschlag mit diesem Artikel... Dann freue ich mich auf die nächste Folge zum nächsten Artikel.

00:20:22: Bis dann!

00:20:23: Bis dann, ciao!

00:20:27: Das war der Podcast.

00:20:28: Wir müssen reden.

00:20:29: Du hast eine Frage oder ein Thema das wir in einer Folge beleuchten sollen.

00:20:33: Du siehst

00:20:33: neue Impulse, möchtest mit uns zusammenarbeiten, benötigst Supervision?

00:20:38: Kein Problem.

00:20:39: Meld dich gerne bei uns unter podcast at wir-missen-reden.net oder besuch unsere Webseite unter

00:20:46: wir-mission-rede.net.

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